Bei ihrem 20. Kriegsräber-Pflegeeinsatz in Kaliningrad legten die Reservisten auch einen Kranz auf dem Friedhof Mattischkehmen nieder. In der zweiten Reihe Generalkonsul Rolf Friedrich Krause und Luftwaffenattaché Alexander Pütz.

60 Soldatenfriedhöfe gepflegt
Meppen. Kaum zurück von ihrem 20. Kriegsräber-Pflegeeinsatz im russischen Gebiet Kaliningrad, planen die emsländischen Reservisten bereit den 21., um die Gräber von Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs in der früheren deutschen Provinz Ostpreußen in einem würdigen Zustand zu erhalten.

Horst Richardt, Ehrenvorsitzender der Kreisgruppe Emsland-Grafschaft Bentheim im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, sieht diese Arbeit als „moralische Verpflichtung“.

Das Kriegsgräberabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation 1992 hat die Arbeitseinsätze im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge erst möglich gemacht. „Für uns als Reservisten und Förderer ist unser freiwilliges Engagement die beste Friedensarbeit, auch für die Generation, die nach uns kommt“, meint Richardt.

Keine Pflege ab 1945

Man habe 21 Soldatenfriedhöfe aus dem Ersten Weltkrieg, im ehemaligen Ostpreußen ab 1945 hat es keine Pflege mehr gegeben, „dem Urwald entrissen und wieder menschenwürdig hergerichtet“, berichtet der Ehrenvorsitzende. „Den deutschen und russischen Soldaten, die vielfach auf den Soldatenfriedhöfen des Ersten Weltkriegs Seite an Seite ruhen, wurde nicht nur ein würdiges Grab, sondern auch ein würdiges Umfeld gegeben“, sagt Richardt.

Insgesamt sind auf 60 Soldatenfriedhöfen aus beiden Weltkriegen Instandsetzungsarbeiten geleistet worden. Dies findet im Oblast Kaliningrad Anerkennung. Seit einigen Jahren unterstützen die Kosaken im Bezirk Gussev (Gumbinnen) die Reservisten. Inzwischen wird eine offizielle Partnerschaft angestrebt.

Im kommenden Jahr sollen die entsprechenden Urkunden unterzeichnet und ausgetauscht werden, sagt Horst Richardt. Unterstützung gibt es ebenso von deutscher Seite. Die Stadt Meppen stifte Friedensbäume, die ebenso wie neu gesetzte Hochkreuze die Gräberfelder als Friedhöfe kenntlich machen.

Große Kreuze aufgestellt

In diesem Jahr wurden 13 Friedhöfe aus beiden Weltkriegen gepflegt. Dabei sind 4,60 Meter hohe Kreuze, christlich-lateinisch und christlich–orthodox, aufgestellt worden. Dort, wo keine Grabsteine mehr vorhanden sind, wurden 1,20 Meter hohe Symbolkreuzgruppen errichtet. Steintreppen und Feldsteinmauern der Friedhöfe wurden repariert und Buschwerk zurückgeschnitten.

Ein Einzelgrab aus dem Ersten Weltkrieg, von dem Zeitzeugen den Reservisten berichtet hatten ( wir berichteten ), konnte gefunden werden. Über die Arbeit der Emsländer und Grafschafter mit ihren russischen Freunden informierte sich der deutsche Generalkonsul im Gebiet Kaliningrad, Rolf Friedrich Krause, und der Luftwaffenattaché an der Deutschen Botschaft in Moskau, Oberst Alexander Pütz.

Sie pflanzten den Friedensbaum der Stadt Meppen auf dem Friedhof Mattischkehmen (Sowchosnoje) mit ein, wo auch ein Kranz als Zeichen des Gedenkens niedergelegt wurde.

Auch eine Feldsteinmauer auf dem Friedhof Kleschauen wurde repariert.
Auch eine Feldsteinmauer auf dem Friedhof Kleschauen wurde repariert.

Ein gemeinsames Foto mit Kosaken vor der Diakonie der Salzburger Kirche in Gussev (Gumbinnen).
Ein gemeinsames Foto mit Kosaken vor der Diakonie der Salzburger Kirche in Gussev (Gumbinnen).

Fotos Reservistenkameradschaft
Quelle: Meppener Tagespost